Infos zu Fabrikool

Seit Frühling 2017 gibt es das Fabrikool und seit dem wird es von verschiedensten Menschen genutzt und belebt. Es wird viel Freizeit genutzt um das Haus zu renovieren und ein öffentliches Programm zusammenzustellen. Fast alle Böden wurden neu gemacht, Fenster gezimmert, es wurde isoliert, eingerichtet, Seifenkisten gebaut, gelacht und vor allem sehr viel Energie und Liebe in das Haus gesteckt.

Wöchtentlich haben die anarchistische Infothek Furia und die Velowerkstatt Rad.au geöffnet. In letzterer kannst du dein Fahrrad flicken kommen und es stehen dir Hilfe und Werkzeuge zur Verfügung. Ebenfalls wöchtentlich organisieren „Bio für Aui“ einen Mittagstisch, welcher wie alles im Fabrikool, auf Kollekte basiert.

Die Grundidee für das Gebäude ist und bleibt die gleiche: Ein Treffpunkt für das Quartier und die ganze Welt. Ideen können ausgetauscht und verwirklicht werden. Frei von jeglicher Diskriminierung und Konsumzwang.

17 Jahre leer – und plötzlich hochaktuell

Das Haus an der Fabrikstrasse 16 soll verkauft werden. So hat das AGG (Amt für Gebäude und Grundstücke des Kantons Bern) anfangs diesen Jahres entschieden. Weshalb nach 17 Jahren Leerstand plötzlich diese Kehrtwende?

Nach Angaben des AGG sind im letzten Jahr zwei Konzepte eingegangen, wie das “leerstehende” Haus genutzt werden könnte. Aufgrund dieser beiden Konzepte sah sich das AGG verpflichtet, das Haus öffentlich auszuschreiben und im Baurecht an die Meistbietenden abzugeben.
Wir sind von diesem Vorgehen enttäuscht und können es aus folgendem Grund nicht nachvollziehen:
Das Haus steht nicht leer!

Seit März 2017 besteht ein Gebrauchsleihevertrag zwischen dem Kanton und dem Verein Fabrikool. Werden auch andere genutzte Liegenschaften des AGG im Baurecht abgegeben, wenn noch andere Personen/Institutionen Interesse daran bekünden?

Das Haus ist nur dank Fabrikool nutzbar

Während der letzten 17 Jahre galt das Haus als einsturzgefährdet. Mehrere Nutzungskonzepte wurden in dieser Zeit eingereicht und unter anderem aus diesem Grund abgelehnt. Im Februar 2017 haben wir verschiedene Expert*innenmeinungen eingeholt und aufgezeigt, welche baulichen Massnahmen nötig sind, um die Sicherheit im Gebäude zu gewährleisten. Diese haben wir innerhalb einer halben Woche erfolgreich umgesetzt. Ohne diesen Einsatz wäre bis heute eine Nutzung nicht denkbar.

Fabrikool ist und bleibt

Es wird ein quartierverträgliches Projekt gewünscht. Fabrikool ist genau das schon, und noch viel mehr, wie das letzte Jahr gezeigt hat. Im Gegensatz zu anderen Interessent*innen sind wir nicht Geld-orientiert, Konsumzwang gibt es nicht, alle Menschen, die sich mit den Fabrikool-Grundsätzen identifizieren können, können sich einbringen und das Haus nutzen. Das ist einmalig im Quartier und dringend nötig. Deshalb ist es wichtig, dass wir nicht von einem finanzstarken Grossprojekt verdrängt werden.

Die Chancengleichheit ist nicht gegeben

Das AGG argumentiert für den Verkauf mit Chancengleichheit. So hätten alle die Möglichkeit, das Haus im Baurecht zu erwerben. Quartierverträglichkeit werde zu 60%, die Wirtschaftlichkeit zu 40% gewertet. Es ist aber völlig klar, dass die Quartierverträglichkeit im Gegensatz zum Geld nicht objektiv messbar sein wird. Genauso klar ist, dass unsere finanziellen Mittel sich nie mit denen von grossen Investor*innen messen können.

Verkauf

Am 27. September gab das AGG (Amt für Grundstück und Gebäude) in einer Stellungnahme bekannt, dass das Haus Fabrikool an 2 „privat Personen“ aus Bern verkauft wude, welche etwa in einem Jahr mit dem komplett Umbau beginnen wollen.

WIR FORDRN DIE 2 PRIVATPERSONEN, WELCHE DIE FABRIKSTRASSE 16 KAUFEN WOLLEN AUF, DAS KAUFPROJEKT ABZUBRECHEN UND DAS FABRIKOOL DEM QUARTIER UND DEN NUTZER*INNEN ZU LASSEN!
SUCHT EUCH EIN ANDERES GEBÄUDE, ES GIBT GENUG LEERSTAND!

WIR FORDERN DAS AGG AUF, DAS VERKAUFSPROJEKT DER FABRIKSTRASSE 16 ZU BEENDEN!
DAS HAUS IST BEREITS IN GEBRAUCH UND BELEBT!

 

WIR BLEIBEN DIE NÄCHSTEN 50 JAHRE!

 

Was nun?

Orte wie das Fabrikool sind extrem wichtig und doch so selten! Sie lassen uns auf eine bessere Welt hoffen und leisten ihren Beitrag dazu. Durch den geplanten Verkauf und die dadurch drohende Verdrängung wird dies jedoch stark gefährdet und die Gentrifizierung im Quartier weiter vorangetrieben.

Wenn du dich mit uns solidarisiern und mit uns kämpfen willst, dass Fabrikool weiterlebt, schreib uns, nimm Kontakt mit uns auf oder komm am besten gleich selber vorbei.

 

Weitere Infos

Diverse vergangene Berichte zum Fabrikool, über die Ursprünge, den geplanten Verkauf oder über was so läuft sind auf dem Infoportal barrikade.info veröffentlicht.
https://barrikade.info/?page=recherche&recherche=fabrikool

Infos zur Fabrikool und zum Versuch der AGG das Fabrikool zu verkaufen:
https://furia.noblogs.org/infos-zum-fabrikool/

Unsere Videos

Velodemo gegen den Verkauf – 2. August 2018
Beginn – Februar 2017

Links

– anarchistische Infothek Furia
Bio für Aui